Olympia Film

Kurzlebiges Filmlabel des linken Verlegers Jörg Schröder, der seit 1969 in Frankfurt mit Olympia Press Deutschland einen Ableger des Pariser Verlagshauses von Maurice Girodias betrieb. Im Dezember 1969 kündigte Schröder an, neben pornografischer Literatur künftig auch Pornofilme für den Heimprojektor zu produzieren. Programmatisch grenzte er sich von der dänischen Konkurrenz ab: Die eigenen Produktionen seien „keine Pornofilme, sondern Filme, die mit dem Fortschritt, der Entwicklung der Sensibilität der Sexualität zu tun haben, also geradezu Anti-Pornofilme“. Als Darsteller:innen fungierten u.a. Mitglieder der Berliner Kommune „Brothers & Sisters“. Ab Januar 1970 sollten die farbigen Zehn- bis Zwanzig-Minuten-Filme in mindestens 5.000 Kopien monatlich erscheinen, zu Preisen von 80 bis 120 D-Mark; die tatsächlich realisierte Zahl lässt sich nicht abschließend feststellen. Bereits 1971 brach das Unternehmen zusammen: Nach einem Zerwürfnis mit Girodias musste Schröder seine Bilanzen offenlegen, die das Pornogeschäft als weit weniger rentabel auswiesen als angenommen. Hochverschuldet zog er sich aus dem Geschäft zurück und wandte sich fortan ausschließlich seinem März-Verlag zu.


Nr.TitelLänge (m)TonAnmerkungen
1Die Schüler60stummMaterial auch in Lady-Film Nr. 1: „Geile Schüler“.
2Sexokratie60stumm
3Die glatte Diebin60stummSuper Stag Produktion
4Amazonen60stummAuch erschienen als „Club-Film Nr. 1“ (Beate Uhse Filmclub).
5Colt und Köcher oder Die Ausbeutung60stummSuper Stag Produktion
?Die Chefin oder Der unaufhaltsame Aufstieg des Fensterputzers Salvatore G.60stummSuper Stag Produktion; gedreht und gespielt von Student:innen der Hochschule für bildende Künste Hamburg (VEF-Info; Beleg fehlt).