Heute möchten wir euch das britische Label Walton Films vorstellen. Gegründet wurde es 1948 von James Beney unter dem Namen Walton Sound & Film Services — zunächst als mobile Filmbibliothek, bevor Beney bald damit begann, eigene Filme zu drehen, vorwiegend Reise- und Interessenfilme im 16mm-Format. Das Londoner Label zählte bis zu seiner Schließung 1983 zu den angesehensten 8mm-Vertrieben weltweit. Die Qualität der Veröffentlichungen war generell hoch, und viele Titel sind bis heute unter Sammlern begehrt. Die ersten Veröffentlichungen erschienen ausschließlich im 16mm-Format; 8mm-Versionen folgten bereits im Februar 1949, während 9,5mm-Kopien noch etwas auf sich warten ließen — bis Pathéscope ihre Geräte entsprechend angepasst hatte.
Inhaltlich war das Sortiment breit aufgestellt: Etwa die Hälfte des Katalogs von 1958 umfasste Reisefilme und Dokumentationen, gefolgt von Kurzkomödien und sogenannten Glamour-Filmen — dem britischen Begriff für leichte Striptease-Produktionen. In den mittleren 1960er-Jahren kamen auch Titel aus Gerry Andersons Puppentrickserien wie Fireball XL5 und Stingray ins Programm. Walton Films steht damit exemplarisch für die lebendige britische Schmalfilmkultur der Nachkriegsjahrzehnte.

